John Rutter

Magnificat

das Jubiläumsprojekt von Der CHOR

 
Zu unserem zehnjährigen Jubiläum machen wir uns ein ganz besonderes Geschenk: Wir singen das Magnificat von John Rutter. Das Magnificat ist eine Lobpreisung Gottes, und John Rutters Vertonung ist wahrhaft jubilierend. Vom ersten Takt an werden Publikum und Ausführende von der Musik mitgerissen und schwelgen in der Lobpreisung.

Der Text des Magnificat stammt aus dem Lukas-Evangelium. Maria antwortet damit dem Erzengel Gabriel, welcher gekommen ist, ihr die Geburt Jesu Christi anzukündigen. Das Magnificat gilt als einer der bedeutendsten biblischen Texte. In der lateinischen Kirche bildet es den Höhepunkt des Vesper-Gottes-dienstes, in der anglikanischen Kirche ist es Teil des Evensong.

In der Chorliteratur existieren viele Vertonungen dieses Textes – unter den Komponisten finden sich klingende Namen wie Bach, Vivaldi, Tschaikowski oder Penderecki. Die erste Vertonung stammt bereits aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Für unser Jubiläum haben wir die Version von John Rutter gewählt, da sie in unseren Augen (und Ohren!) diejenige ist, welche dem Chor die grösste Rolle zuweist.

John Rutters Magnificat ist eines der Werke zeitgenössischer Komponisten, welches beim Publikum den grössten Zuspruch erhält. Das Magnificat bedeutete für ihn den internationalen Durchbruch als Komponist. In den ersten sechs Monaten nach der Veröffentlichung wurde es allein in den Vereinigten Staaten über 500 Mal aufgeführt!

John Rutter hatte sich intensiv mit dem Magnificat von Johann Sebastian Bach auseinandergesetzt und hegte schon länger den Wunsch, selber ein solches zu schreiben. Die Festivitäten zu Ehren Marias in Ländern wie Spanien, Mexiko und Puerto Rico faszinierten und inspirierten ihn zur Komposition des Magnificat. Wie Bach begnügte sich auch Rutter nicht mit dem originalen Text, sondern fügte verschiedene Elemente hinzu: so das „Of a Rose“, auf dem der zweite Satz basiert, aber auch das „Sanctus“ im dritten Satz sowie das „Sancta Maria“ in der Mitte des abschliessenden Gloria.

Bereits im ersten Satz, dem „Magnificat anima mea“ wird Rutters Absicht klar, ein fröhliches Magnificat zu schreiben. Der Wechsel von 6/8- und 3/4-Takten erinnert am ehesten an Leonard Bernstein und „America“ aus der „West Side Story“. Diesem energievollen Anfang kann sich niemand entziehen. Die übrigen Sätze zeigen alle ihre ganz eigenen Charaktere: das „Fecit potentiam“ zeigt fast militärische Züge, ganz im Gegensatz dazu ist das „Et misericordia“ ein zarter Satz, in dem der Solo-Sopran nur sehr zurückhaltend begleitet wird.

John Rutter schrieb das Magnificat in wenigen Wochen. Es wurde kurz nach der Vollendung im Mai 1990 in der Carnegie Hall in New York uraufgeführt und vom Publikum frenetisch gefeiert.


John Rutter

John Rutter, geboren 1945, ist einer der bedeutendsten Komponisten von Chor- und Kirchenmusik unserer Zeit. An der Highgate School war er Schüler des Komponisten Sir John Tavener, anschliessend studierte er am Clare College in Cambridge Musik. Dort wurde er im Alter von nur 30 Jahren der jüngste Musikdirektor aller Zeiten. 1981 gründete er die Cambridge Singers, einen professionellen Kammerchor, den er zu internationalem Ruf geführt hat und immer noch leitet. Mit diesem Ensemble hat er zahlreiche seiner Werke uraufgeführt und viele CDs eingespielt. Seine Werke sind grösstenteils für Chor komponiert, neben dem Magnificat sind das Gloria und das Requiem die bekanntesten seiner grösseren Werke. Sein äusserst gefälliger Kompositions-Stil wird häufig als postmodern bezeichnet. Er zeigt Einflüsse französischer und englischer Chor-Traditionen des 20. Jahrhunderts, aber auch Zeichen der Salonmusik und des „Great American Songbook“.